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Hochzeitsfotograf bei der Arbeit in Atlantic Hotel Bremen

Als ich im März 1977 in der wunderschönen Stadt Nikopol (Ukraine) geboren bin, hatten meine Eltern mehrere Namen zur Auswahl. Der Name „Juri“ hat sich durchgesetzt. Wahrscheinlich sollte ich die Popularität von Juri Gagarin erben :D

In meiner Kindheit war ich mit der Langeweile so gar nicht befreundet. Ich hatte immer das Gefühl, ich müsste etwas tun. So habe ich viele Dinge ausprobiert. Meine Eltern haben mich wer weis wo überall angemeldet. Ich habe allesmögliche durchprobiert: Malen, Volleyball, Leichtathletik, Brennbilder auf den Holzern, Karate und Videofilm-Entwicklung - waren einige davon. Videofilm-Entwicklung hat mich schon damals mitgerissen. Ich fand es spannend, zurück in die Vergangenheit zu schauen.

Mein Vater war ein Hobby-Fotograf und besaß eine der ersten Spiegelreflex-Kameras, die es damals auf dem russischen Markt gegeben hat. Heutzutage gehört solche Technik zur Rarität, aber damals....

Das Dunkelzimmer im Keller war voll ausgestattet. Wir haben die Fotos selbst entwickelt, getrocknet und das Papier zugeschnitten. Ich bin soo dankbar für diese Erfahrung! Jedes mal, wenn ich jetzt in den alten Familien-Alben blättere, kommen mir die schönen Erinnerungen hoch.

Mit 11 Jahren traf ich meine Schwester im Treppenhaus. Es war ein wunderschöner sonniger Sommertag. Ich war auf dem Weg zur Schule und sie kam gerade von der Schule nachhause (2-Schicht-System in der UDSSR damals). Sie hielt einen Brief in der Hand, was etwas seltsam aussah. Es hatte ungewöhnliche Form und war gelb. Wir setzten uns auf die Fensterbank bei offenem Fenster im 1 OG und öffneten den Brief. Es waren lateinische Buchstaben zu sehen. Ich probierte es zu lesen, aber es ergab keinen Sinn für mich. Meine Schwester hatte jedoch Deutsch in der Schule gehabt und las „Einladung nach Deutschland“ vor. Nachdem sie es dann übersetzt hat, waren wir erst mal geschockt und haben uns fest entschlossen, auf keinen Fall nach Deutschland zu ziehen. Später hat sich herausgestellt, dass die Einladung für unsere Großeltern bestimmt war.

Dennoch, die Zeit hat uns eingeholt und zwei Jahre später fanden wir uns in der schönen Stadt Schönberg nähe Kiel im Übergangslager für Spätaussiedler wieder.

Deutschland war gar nicht so schlimm, wie man es von UDSSR kannte. Es gab Schokolade, Coca-Cola und Spielzeuge, von denen man immer geträumt hat. Nach 2 Wochen sind wir in ein weiteres Lager nach Unna-Massen gezogen, wo ich, das erste mal deutsche Schule besuchen durfte. So ganz ohne Deutsch hat’s richtig Spaß gemacht :D. 2 Monate später kamen wir nach Espelkamp. Schnell hatte ich neue Freunde und habe eine Schule besucht, wo im Prinzip jeder aus meiner Klasse russisch gesprochen hat. Das hat sich sehr gut auf meine Aussprache ausgewirkt. Ich kann bis heute perfekt Russisch.

Der Drang zur Technik hat mich in keiner Zeit losgelassen. Somit hatte ich im jeden Lebensabschnitt einen Fotoapparat. Nach der Ausbildung zum Elektromechaniker konnte ich mir langsam die bessere Technik leisten. Die ersten „digitalen“ kamen raus und haben mich gleich fasziniert.

Vor einiger Zeit entschloss ich mich für die Hochzeitsfotografie. Es bereitet mir die größte Freude, die glücklichsten Momente festzuhalten. Als Hochzeitsfotograf im Großraum Bremen kann ich all das ausleben, was mir sehr viel Spaß macht. Umgang mit Menschen, Verantwortung für das bestmögliche Ergebnis, die Nachbearbeitung und die anschließende Präsentation geben mir das schöne Gefühl, dass ich etwas hinterlasse, woran die Menschen auch Jahrzehnte später noch hoffentlich große Freude haben werden.

Meine Philosophie ist, das bestmögliche Ergebnis abzuliefern. Es wird nicht auf Zeit oder Umstand geschaut.

- Ergebnis ist über alles!